Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Rheinland-Pfalz e.V.
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Seite drucken   Aktuelles  |  Meldungen  |  09.02.2016

Gruppenfoto der Absolventen 
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Weiterbildung als ein Meilenstein für berufliche Entwicklung

Abschluss des IHK-Zertifikatslehrgangs „Fachwerker/in für Lagerorganisation des evangelischen Diakoniewerks ZOAR

Ingelheim/Heidesheim. Das Projekt „IHK-Zertifikatslehrgang Fachwerker/in für Lagerorganisation“ hat sich weiterentwickelt. Initiiert und durchgeführt von den Zoar-Werkstätten Heidesheim fand die Bildungsmaßnahme nun zum vierten Mal statt; zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen.Elf Lehrgangsteilnehmer durchliefen den dreieinhalb Monate dauernden Kurs. Zehn wurden kürzlich für ihren erfolgreichen Weiterbildungsabschluss geehrt. In einem feierlichen Rahmen im Kloster Engelthal in Ingelheim, einem Gastronomiebetrieb der Familie Wasem, erhielten die Absolventen nach der Abschlusspräsentation und dem Fachgespräch mit der Lehrgangsleitung und der IHK ihr Zertifikat sowie den Gabelstapler-Führerschein.

Darüber freuten sich nach den Wochen des „Büffelns“: Hartwig Kipp, Markus Lenhardt, Christian Walch, Christopher Stier, Christian Veith, Christian Herbst, Toni Pettler, Wolfang Weissmann, Manuel Katlewski und Robert Eugen Carter. Sie erhielten ihre Zertifikate, beziehungsweise eine Teilnahmebescheinigung für einen Lehrgangsabsolventen, aus den Händen von Viktor Wilpert Piel, Leiter des Geschäftsfelds Weiterbildung der IHK für Rheinhessen in Mainz, sowie von Thomas Kreck- Hövel, Leiter der Zoar-Werkstätten Heidesheim. Die Grüße des Sozialministeriums überbrachte Harald Diehl, Referatsleiter für Grundsatzfragen der Eingliederungshilfe, beruflichen Rehabilitation und des Schwerbehindertenrechts. „Sie können stolz sein auf das, was Sie mit dem heutigen Abschluss erreicht haben“, wandte er sich an die Lehrgangsteilnehmer. „Diese Weiterbildung ist ein Meilenstein auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Darauf können Sie aufbauen.“ Das Lob aus dem Ministerium lautete auch: „Zoar ist mit diesem Qualifizierungsangebot ein Vorreiter unter den Werkstätten und geht erfolgreich mit den Zeichen der Zeit.“

Das Projekt mit Vorbildcharakter ist auch bereits ausgezeichnet worden. Es erhielt den Weiterbildungspreis Rheinland-Pfalz 2014 und wurde als hervorragendes Beispiel für eine Weiterqualifizierung durch berufliche Bildungsmaßnahmen auf der Werkstätten:Messe 2015 mit dem „exzellent“-Preis in der Kategorie „Bildung“ prämiert. Der inklusive Ansatz der berufsbegleitenden Qualifizierung wird daran deutlich, „dass verstärkt auf Kooperationen geachtet wird“, so Lehrgangsleiter Viktor Commichau. Hier komme die enge Zusammenarbeit mit der IHK für Rheinhessen zum Tragen sowie auch der Kontakt und Austausch mit den zahlreichen Partnerbetrieben der freien Wirtschaft, in denen Lehrgangsteilnehmer ihre Praktika absolvieren, betont Werkstattleiter Kreck-Hövel. Da der Lehrgang die Zulassung als Weiterbildungsmaßnahme nach dem Sozialgesetzbuch (SGB III) erhielt, ist er auch für einen erweiterten Teilnehmerkreis zugänglich; zum Beispiel arbeitslose und arbeitssuchende Menschen, ohne Schulabschluss und ohne Berufsausbildung. „Unsere Qualifizierungsmaßnahme ist auch deswegen inklusiv, weil im Lehrgang Menschen mit und ohne Behinderung zusammen lernen und gemeinsam ihr persönliches Ziel verfolgen, den Abschluss zu erreichen“, erläuterte Thomas Kreck-Hövel.

Und an die Lehrgangsteilnehmer gerichtet: „Sie haben etwas Neues gelernt und sich auf diese Art weiterentwickelt.“ Dabei seien die Ziele individuell unterschiedlich. Manch einer wolle sich innerhalb der Werkstätten „verbessern“, mehr Verantwortung in seiner Arbeitsgruppe übernehmen und vielseitiger einsetzbar sein. „Andere wiederum streben den allgemeinen Arbeitsmarkt an und rechnen sich nach dem erfolgreichen Abschluss der Qualifizierungsmaßnahme bessere Chancen aus, ihr berufliches Ziel zu erreichen.“ Aus Erfahrung im Rahmen der zuvor stattfindenden Lehrgänge wisse man, dass der Weg aus den Werkstätten mit einem IHK-Zertifikatslehrgang geebnet werden kann, denn die berufliche Bildungsmaßnahme wird zum großen Teil in Partnerbetrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts durchgeführt.

Die Lehrgangsabsolventen erhielten ihre IHK-Zertifikate von Viktor Wilpert Piel und Thomas Kreck-Hövel, die beide jedem Teilnehmer persönliche Worte mit auf den Weg gaben. Die Gabelstapler-Führerscheine überreichte Zoar-Mitarbeiter Dietmar Kreis, der die theoretische und praktische Prüfung für die Handhabung von Flurförderzeugen abgenommen hatte. Geprüft wurde auch noch am Tag der Zertifikatsübergabe. Die Teilnehmer zeigten mit einer Präsentation und in einem Fachgespräch, was sie in den vergangenen Monaten in ihren Betrieben und während der arbeitsbegleitenden Unterrichtseinheiten gelernt haben. Und das ist allerhand. Die einzelnen Wissensbausteine sind auf der Rückseite jedes IHK-Zertifikats nachzulesen. „Heute haben Sie die erlernten Inhalte in Ihren eigenen Worten erklären müssen“, sagte IHK-Vertreter Viktor Wilpert Piel in Richtung der Absolventen. „Nur, wenn das gelingt, hat man die Inhalte auch verstanden.“ Lobende Worte an die stolzen Lehrgangsabsolventen richteten auch Kurt Philipp, Fachbereichsleiter der Eingliederungshilfe im Evangelischen Diakoniewerk Zoar, und Thomas Umsonst, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Rheinland-Pfalz (LAG).

Drei Absolventen und ihre Kommentare zur abgeschlossenen Weiterbildung: Christian Walch (43): „Für mich war der Lehrgang eine große Herausforderung, weil ich lange nicht mehr gelernt habe. Am Anfang fiel es mir daher schwer, aber dann hat es Spaß gemacht. Weil ich mal wieder gefordert war. Das hat mich auch angespornt. Sogar in der Pause auf Arbeit habe ich meine Unterlagen durchgeblättert; und nach Feierabend und am Wochenende.“

Christian Herbst (23): „Mich hat ein Freund aus den Zoar-Werkstätten in Heidesheim auf den Lehrgang aufmerksam gemacht. Ich bin gelernter Steinmetz, arbeite aber nicht in dem Beruf. Lagertätigkeit hat mich schon immer interessiert. Ich bin ordentlich und akkurat. Das strukturierte Arbeiten in einem Lager kommt mir daher entgegen. Auch den Lehrgang fand ich gut strukturiert. Der Stundenplan mit den verschiedenen Modulen war übersichtlich und nachvollziehbar.“

Hartwig Kipp (42): „Der Lehrgang hat mir großen Spaß gemacht, weil der Kopf endlich mal wieder was zu tun bekommen hat. Ich habe mir nun eine theoretische Grundlage erarbeitet. Dieses Wissen konnte ich dann immer gleich in meinem Praktikumsbetrieb in Mainz ausprobieren. Das hat gut geklappt. Meine Chefs haben mir bestätigt, dass ich in dieser Zeit große Fortschritte gemacht habe. Sie sind sogar extra zur Zertifikatsübergabe gekommen. Da habe ich mich sehr gefreut. Ich hoffe, dass ich dort im Betrieb bleiben kann. Die Arbeit im Lager macht mir Spaß.“


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