Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Rheinland-Pfalz e.V.
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Seite drucken   Aktuelles  |  Meldungen  |  28.11.2016

Zu sehen sind von links nach rechts: Oberkirchenrat Manfred Sutter, Roland Balthasar, Joachim Scheib (Geschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung Pfalz), Stefan Schreiber (künftiger Einrichtungsleiter der Wichern-Werkstätten) 
© Wichern Werkstätten
© Wichern Werkstätten 

„Viel für Menschen mit Behinderung aufgebaut“

Roland Balthasar, langjähriger Leiter der Wichern-Werkstätten, in den Ruhestand verabschiedet

Mit einer Feier in seinem Heimatort Deidesheim hat die Evangelische Heimstiftung Pfalz heute den langjährigen Einrichtungsleiter ihrer Wichern-Werkstätten, Roland Balthasar, in den Ruhestand verabschiedet. Insgesamt 30 Jahre hatte Balthasar die Werkstätten für Menschen mit psychischer Behinderung bei der Evangelischen Heimstiftung Pfalz geleitet. Mit seinem Willen, immer wieder Prozesse anzustoßen, seiner Tatkraft und seinem starken Charakter habe Balthasar vieles in den Wichern-Werkstätten zum Wohle der dort beschäftigten Menschen mit Behinderung aufgebaut, würdigte Oberkirchenrat Manfred Sutter das „große Engagement und reife Lebenswerk“ des scheidenden Einrichtungsleiters.

„Die Wichern-Werkstätten und Roland Balthasar, das waren bisher zwei Seiten einer Medaille, die zusammengehören. Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass es jetzt nicht mehr so ist,“ so Sutter weiter in seiner Laudatio. Der Vorstandsvorsitzende der Heimstiftung erinnerte daran, dass die Wichern-Werkstätten unter Balthasars Leitung kontinuierlich gewachsen seien und heute an ihren Standorten in Haßloch, Ludwigshafen, Landau, Speyer und Bellheim mehr als 500 Menschen mit psychischer Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen. Dieses Wachstum sei jedoch nicht vergleichbar mit der Expansion eines Wirtschaftsunternehmens, sondern vor allem eine Reaktion auf den steigenden Bedarf an Werkstatt-Arbeitsplätzen für Menschen mit psychischer Behinderung. „Menschen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen, die dazu außerhalb der Werkstatt keine Chance hätten, gehört zum diakonischen Auftrag, dem sich die Heimstiftung verpflichtet weiß“, betonte Sutter. An der Verwirklichung dieses Auftrags habe Balthasar in all den Jahren sehr tatkräftig mitgearbeitet.

Dr. Michael Köbler, Mitglied im Vorstand der Landearbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Rheinland-Pfalz e.V., nutzte sein Grußwort zu, einer Standortbestimmung für den Bereich der Werkstätten. Bei ihrer Gründung in den 1970er Jahren als sozialpolitischer Meilenstein gefeiert, seien die Werkstätten für Menschen mit Behinderung zurzeit mehr denn je in die Kritik geraten. Vorgeworfen werde ihnen vor allem eine mangelnde Durchlässigkeit auf den ersten Arbeitsmarkt sowie fortwährend steigende Kosten aufgrund einer stetig wachsenden Zahl von Werkstatt-Beschäftigten. Übersehen werde dabei, dass für die meisten der bundesweit derzeit rund 300.000 Werkstatt-Beschäftigten die Werkstatt für Menschen mit Behinderung die einzige Möglichkeit sei, berufliche und gesellschaftliche Teilhabe zu erleben. Die Wichern-Werkstätten seien nicht zuletzt dank Roland Balthasar ein gutes Beispiel für die Durchlässigkeit, Bildungs- und Teilhabeorientierung einer modernen Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Stellvertretend für die Einrichtungsleiter-Kollegen bei der Heimstiftung erinnerte der Leiter des Evangelischen Kinder-und Jugendheims Stauf Jürgen Freund an die langjährige Zusammenarbeit. Wie Freund erzählte, hätten er und Balthasar 1982 fast gleichzeitig im damals gerade erst gestarteten Wichern-Institut angefangen, Balthasar als Schreinermeister, Freund als Bezugstherapeut im Wohnbereich. Auch nachdem er an eine andere Einrichtung gewechselt sei, habe er das stete Vorwärtskommen der Wichern-Werkstätten, gepaart mit wirtschaftlichem Erfolg, immer beobachtet und bewundert, so Freund weiter An seinen langjährigen Kollegen gewandt sagte er: „Dein Name wird lange mit dem Erfolgsmodell Wichern-Werkstätten verbunden sein.“

Auch die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung in den Wichern-Werkstätten, Gudrun Weber, konnte auf eine lange gemeinsame Geschichte mit ihrem Einrichtungsleiter zurückblicken. Vor 32 Jahren, berichtete sie in ihrem Grußwort, habe sie bei Roland Balthasar eine Schreinerlehre begonnen. Dabei habe sie gelernt, wie Handwerk und soziales Handeln miteinander verknüpft werden können. Aus der damals kleinen Werkstatt habe Balthasar eine renommierte Einrichtung gemacht, die er mit seinen Visionen geprägt habe. Dabei sei er stets ein guter Chef gewesen, der sicher manche Ecken und Kanten hatte, andererseits aber oft auch für schnelle und menschliche Lösungen offen gewesen sei. Als Vertreter des Werkstattrats bedankte sich Peter Platz für die gute Zusammenarbeit mit der Interessenvertretung der in den Wichern-Werkstätten beschäftigten Menschen mit Behinderung und wünschte dem scheidenden Einrichtungsleiter, er möge die Zeit seines Ruhstandes so bunt gestalten wie es seine Kleidung immer war.

Sichtlich bewegt und am Ende mit besonders lang anhaltenden Beifall bedacht bedankte sich Roland Balthasar für alle Arten von Begegnungen in den hinter ihm liegenden Jahren. Seinem Nachfolger Stefan Schreiber, bisher als Technischer Leiter bei den Wichern-Werkstätten insbesondere für Auftragsakquise und Angebotskalkulation verantwortlich, wünschte er eine glückliche Hand bei seinen Entscheidungen.

Unterbrochen wurden die Grußworte durch Video-Einspielungen, in denen Mitarbeiter und Beschäftigte aus den Werkstätten von gemeinsamen, oft heiteren Erlebnissen mit Balthasar berichteten und dabei mehr als einmal den trockenen Humor erwähnten, der diesen ausgezeichnet habe. Für die musikalische Umrahmung sorgte die in Frankenthal lebende Sängerin Jana Siebert mit vier gefühlvoll vorgetragenen deutschen Pop-Songs.

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