Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Rheinland-Pfalz e.V.
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Seite drucken   Aktuelles  |  Meldungen  |  23.03.2017

Projekt "Wo Wasch und Honig fliessen" 
© gpe
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Wo Wachs und Honig fliessen

Neues Projekt der gpe Mainz

DAS PROJEKT
Mit dem Projekt WO WACHS UND HONIG FLIESSEN schaffen wir einen Ort, der es Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht, sich gemeinsam und aktiv für den Naturschutz einzusetzen. Im Zentrum steht die Gründung einer Stadtimkerei mitten in Mainz, die sinnvolle Begegnungs- und Betätigungsmöglichkeiten bietet. Mit dem Projekt leisten wir einen konkreten Beitrag zum Erhalt der Honigbiene, darüber hinaus werden Menschen aus unterschiedlichsten Milieus nachhaltig für imkerliche Arbeiten qualifiziert. „Wo Wachs und Honig fliessen“ soll beispielhaft für vorurteilsfreie Begegnungen stehen und gesellschaftliche wie ökologische Impulse weit über die Stadtgrenzen hinaus senden.

BIENEN IN DER STADT
So paradox es klingen mag: Bienen fühlen sich in der Stadt wohler als auf dem Land. Die Gründe dafür sind vielfältig: In der Stadt gibt es keine Monokulturen und weniger hohe Pestizidbelastungen. In der Stadt blüht es das ganze Jahr über, etwa in Parkanlagen, auf Balkonen, aber auch auf Friedhöfen. Der Honigertrag in der Stadt ist etwa doppelt so hoch wie auf dem Land. Dazu verfügen Bienen über ein spezielles Filtersystem, welches dafür sorgt, dass der Honig besonders rückstandsarm ist. Durch die große Pollenmixtur wird er zusätzlich besonders aromatisch.
Bienen sind im Vergleich zu Wespen sanftmütig und von Grund auf nicht aggressiv. Wir arbeiten mit der Buckfast-Biene. Sie gilt als sehr friedlich und stecharm und besitzt eine große Schwarmträgheit. Sie bringt ideale Voraussetzungen fürs städtische Imkern mit.

SOZIALE STADTIMKEREI UND KUNST
WO WACHS UND HONIG FLIESSEN ist auch ein Vernetzungsangebot für Menschen mit Behinderung. Der große Nenner aller Akteure ist das gemeinsame Interesse an Natur und Umwelt. Wir wollen starke Beteiligungsstrukturen schaffen und die unterschiedlichen Talente sinnstiftend für das Projekt einsetzen. Insbesondere Menschen mit psychischen Erkrankungen kann die Ausweitung eigener, sozialer Netzwerke zugutekommen. Wenn es im „Bienenjahr“ ruhiger wird, werden die Erfahrungen im Projekt künstlerisch aufgearbeitet und die Ergebnisse in regelmäßigen Ausstellungen präsentiert. Unter anderem nutzen wir dazu „Neue Museen für Bienen“ - von der Künstlergruppe finger konzipierte Mikroausstellungsräume - die direkt auf die Bienenbehausungen montiert werden.

AUSSENWIRKUNG
Nicht nur Schulklassen, Kindergärten, Betriebe und Initiativen aus dem Rhein-Main-Gebiet können sich bei uns über das Leben der Stadtbienen informieren, an Honigverkostungen teilnehmen oder sogar selbst Honig schleudern. Mit dem Projekt wollen wir neue Wege abseits der in der Behindertenhilfe oft üblichen Settings beschreiten und neue Kooperationspartner aus unterschiedlichsten Bereichen gewinnen. Bereits in dieser frühen Phase erlebt das Projekt große öffentliche Wahrnehmung.Im Spätjahr wollen wir einen weiteren Bereich in das Projekt einbinden. Menschen, die dauerhaft erwerbsgemindert sind, können in unseren Räumen niedrigschwellige Angebote zur Tagesstrukturierung und Beschäftigung wahrnehmen. Insbesondere alte, fast in Vergessenheit geratene Produkte aus Wachs wie der berühmte Mainzer Newweling, sollen in einer Wachs-Manufaktur hergestellt werden.

PROJEKTTRÄGER UND PARTNER
gpe Mainz gGmbH Träger des Projektes ist die gpe– Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen – gGmbH in Mainz. Seit über 20 Jahren sind wir in unterschiedlichsten Bereichen der beruflichen Rehabilitation und Integration von Menschen mit Behinderung tätig. Mit unseren Projekten und Innovationen sind wir Impulsgeber für ein sozialeres Miteinander: in der Stadt, in der Wirtschaft und im Privatleben. Künstlergruppe finger Andreas Wolf und Florian Haas von der KG finger setzen sich seit vielen Jahren mit der Lebenswelt staatenbildender Insekten und deren Gesellschaftsbezug künstlerisch auseinander. Darüber hinaus haben sie als Imker jahrzehntelange Erfahrung in der städtischen Imkerei und ähnliche Projekte in unterschiedlichen sozialen Kontexten erfolgreich durchgeführt. Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz Die Stiftung unterstützt Projekte, die dem Erhalt und der Entwicklung von Natur und Umwelt dienen. Im Fokus steht insbesondere der Schutz besonders bedrohter Tierarten. Aktion Mensch Für das Projekt wurde ein Förderantrag bei Aktion Mensch gestellt. Kooperationen mit anderen Initiativen und Unterstützern sind ausdrücklich gewünscht und vorgesehen.

ZEITPLANUNG UND UMFANG
Das Projekt wird im Frühjahr 2017 starten. Wir werden pro Bienenjahr mit etwa zwanzig Bienenvölkern an drei verschiedenen Standorten arbeiten und erwarten einen jährlichen Honigertrag von ca. 600kg / Jahr. Die Projektlaufzeit beträgt zunächst drei Jahre.

LAGE
Unser räumliches Zentrum liegt direkt neben der alten Lokhalle in der Mombacher Straße 78 im Mainzer Stadtteil Hartenberg/Münchfeld. Hier können sich Menschen begegnen; hier schleudern und vertreiben wir unseren Honig.

Wer mehr über das Projekt WO WACHS UND HONIG FLIESSEN und die zukünftigen Standorte der Bienenstöcke (z.B. bei Mainz 05 oder dem Staatstheater Mainz) erfahren möchte, ist herzlich zu unseren Informationsnachmittagen eingeladen:

Freitag, den 28. April 2017 von 16.00 – 17.30 Uhr
Donnerstag, den 4. Mai 2017 von 16.00 – 17.30 Uhr

Die Veranstaltungen finden in der Mombacher Straße 78, direkt neben der „Alten Lokhalle“, statt. Hier werden wir ab Sommer auch Honig schleudern, Schulklassen empfangen und Umweltbildungsangebote anbieten. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es leicht zu erreichen (Haltestelle „Alte Lokhalle“, Buslinien 78, 92 oder Haltestelle „Zwerchallee“, Straßenbahnlinien 50, 51 oder Buslinien 60, 61, 62, 63, 78, 92).

KONTAKT / PROJEKTLEITUNG
Jens Bucher jens.bucher@gpe-mainz.de Tel. 06131 9067621

Weitere Informationen demnächst unter:
www.wowachsundhonigfliessen.de

 


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