Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Rheinland-Pfalz e.V.
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Seite drucken   Aktuelles  |  Meldungen  |  09.01.2018

Zertifikatsübergabe 
© Zoar
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Zertifikat für erfolgreiche Inklusion

Auszeichnung für die Zoar-Werkstätten Heidesheim für arbeitsmarktorientierte Berufsbildungsmaßnahmen

Mainz/Heidesheim. „Es lohnt sich, in Menschen zu investieren“, so das Fazit aller Teilnehmer, die zur Feierstunde anlässlich der Verleihung der Zertifikate für erfolgreiche Inklusion durch die Agentur für Arbeit Mainz in der dortigen Zentrale zusammengekommen waren. Bereits zum zweiten Mal verlieh die Agentur für Arbeit Mainz diese Anerkennungsurkunden an regionale Preisträger. „Wir verzeichnen zurzeit einen historisch hohen Beschäftigungsstand“, sagte Heike Strack, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mainz. „Allerdings gibt es zum Rekordniveau auch eine Schattenseite. Die Beschäftigungsquote Schwerbehinderter ist nahezu unverändert niedrig.“ Trotz der allgemein positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei es wenig zufriedenstellend, dass dieser Trend noch nicht beim Personenkreis der Menschen mit Schwerbehinderung angekommen sei.

Nach wie vor bedürfe es hoher Überzeugungskraft, Arbeitgeber dazu zu bewegen, schwerbehinderte Menschen einzustellen. Umso mehr sei es zu würdigen, wenn beeinträchtigten Menschen durch die kompetente Unterstützung und qualifizierende Initiative von Firmen, Betrieben und Einrichtungen der Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht wird. Vorbildliche Projekte im Sinne der Inklusion wolle man mit dem Inklusionszertifikat ins Rampenlicht rücken. „Mit der Verleihung zeichnen wir gute Beispiele für gelebte Teilhabe am Arbeitsleben aus“, so Heike Strack.

Das Zertifikat für erfolgreiche Inklusion vermittelt vor allem die Wertschätzung und den Dank der Agentur für Arbeit für die in den Betrieben geleistete Arbeit. Gleichzeitig führt die Verleihung dazu, dass Firmen, Betriebe und Einrichtungen in den Fokus gerückt werden, die Potenziale und Kompetenzen von Menschen mit Behinderung nachhaltig für sich nutzen und diesen Personenkreis bei der Personalrekrutierung nicht generell ausschließen. „Es geht darum, stärkenorientiert zu arbeiten“, sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mainz. „Jeder Mensch hat Potenziale, die gefördert und genutzt werden können.“ Auf diese Weise sei eine dauerhafte und somit nachhaltige Integration behinderter Menschen möglich, so Heike Strack, die auch die Laudationen hielt, „damit gute Beispiele Schule machen“.

Mit dem Zertifikat für erfolgreiche Inklusion ausgezeichnet wurden folgende Betriebe: Mainzer Netze GmbH, in.betrieb gGmbH, „Strampelwicht“ in Mainz sowie das Evangelische Diakoniewerk Zoar mit dem Konzept arbeitsmarktorientierter Berufsbildungsmaßnahmen am Standort Heidesheim. Bei der Auszeichnung des Evangelischen Diakoniewerks Zoar und der Mainzer Netze GmbH ging es um die Förderung eines jungen Mannes, dem es gelang, nach Beendigung der Maßnahme in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis überzugehen. Beide Ausgezeichneten sind an dieser Erfolgsgeschichte maßgeblich beteiligt, so das Argument zur Auswahl der Jury. Ein
Schwerpunkt der Zoar-Werkstätten Heidesheim ist das inklusive Berufsbildungskonzept. In Kooperation mit der IHK für Rheinhessen werden seit rund fünf Jahren diverse Lehrgänge zur beruflichen Bildung und Qualifizierung angeboten. Der junge Mann, der bei der Mainzer Netze GmbH beschäftigt ist, durchlief den mehrmonatigen Zertifikatslehrgang „Fachhelfer/in Gebäudeservice (IHK)“ und schloss ihn kürzlich erfolgreich ab. „Unsere Werkstatt arbeitet in besonderem Maße inklusiv“, erklärte Thomas Kreck-Hövel, Regionalleiter Eingliederungshilfe Rhein-Nahe-Hunsrück, der stellvertretend für das Team der Zoar-Werkstätten Heidesheim die Auszeichnung entgegennahm. „Menschen mit Beeinträchtigung sollen durch unsere Unterstützung alle Optionen offenstehen.“ Der Fokus bei allen Angeboten rund um die berufliche Bildung und Qualifizierung liege immer auf der personenzentrierten und passgenauen Förderung. Das entsprechende Konzept bei den ZoarWerkstätten Heidesheim nennt sich „Unterstützte Qualifizierung durch qualifizierte Unterstützung“ und sieht vor, berufliche Bildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in dualer Form in Partnerbetrieben des allgemeinen regionalen Arbeitsmarkts umzusetzen. „Praktika zur Belastungs- und Arbeitserprobung nehmen dabei einen hohen Stellenwert ein“, führte Thomas Kreck-Hövel weiter aus. „So werden meist alle weiteren Maßnahmen angebahnt.“

Da diese Berufsbildungsmaßnahmen gezielt die Potenziale der beeinträchtigten Menschen „aufdecken“ und fördern, sind sie, laut Aussage des Regionalleiters, vielfältig und praxisorientiert angelegt. „Das Ziel kann zum Beispiel der allgemeine Arbeitsmarkt in Form einer betriebsintegrierten Berufsbildungsmaßnahme sein, ein betriebsintegrierter Werkstattarbeitsplatz oder ein Arbeitsplatz in einer der Werkstatt-Abteilungen.“ Oberstes Gebot sei in jedem Fall die individuelle Vorgehensweise, auch mit Hilfe von sogenannten Job-Coaches des Berufsbildungs- und Integrationsservice der Zoar-Werkstätten Heidesheim. „Für einen Teil der Menschen mit Beeinträchtigung kommen die IHK-Lehrgänge in Frage“, so Kreck-Hövel. Dies war zum Beispiel für den jungen Mann aus Mainz, der zuerst Mitarbeiter der Zoar-Werkstätten Heidesheim war und nun bei der Mainzer Netze GmbH arbeitet, der richtige Weg.

In seiner Dankesrede und später im Austausch mit dem Gastgeber, der Agentur für Arbeit Mainz, und den Pressevertretern drückte das Zoar-Team, darunter auch Kurt Philipp, Leiter der Zoar Eingliederungshilfe, aus, wie wichtig verlässliche Partner für die Umsetzung beruflicher Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigung sind. Kooperationspartner, zu denen erfolgreiche Geschäftsbeziehungen bestehen, sind zum Beispiel die Agentur für Arbeit Mainz, bei deren Mitarbeitern sich Regionalleiter Thomas Kreck-Hövel ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit bedankte, die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen in Mainz, die maßgeblich zur Professionalisierung der Berufsbildungsangebote der Zoar-Werkstätten Heidesheim beiträgt, sowie zahlreiche regionale Unternehmen, Behörden und kommunale Einrichtungen, „die sich darauf einlassen, Menschen mit Behinderung Praktikumsplätze zur Belastungserprobung sowie Berufsbildungs- und Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen“, so Kreck-Hövel.
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