
12. Mai 2026© Pixabay Ralf1403
LAG WfbM Rheinland-Pfalz bewertet den Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD positiv, sieht allerdings weitere Potentiale
Die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Rheinland-Pfalz e.V. – der Zusammenschluss von 36 rheinland-pfälzischen Werkstätten – sieht die im Koalitionsvertrag „Gemeinsame Verantwortung für ein starkes Rheinland-Pfalz“ getroffenen Aussagen und Absichten grundsätzlich positiv.
„Es freut und bestärkt uns, dass die Werkstätten für behinderte Menschen weiterhin als ein wichtiger Partner gesehen werden und ihre wichtige Rolle bei der Arbeitsmarktintegration wahr-genommen wird“, so der Landesvorsitzende Michael Huber. Die rheinland-pfälzischen Werkstät-ten erbringen für mehr als 14.000 Menschen mit Behinderung Teilhabeleistungen, sie bieten Teilhabe an Arbeit, qualifizieren und unterstützen diese in vielfältiger Weise auf dem Weg ins Arbeitsleben.
Genauso wichtig wird die Aussage der Koalitionspartner gesehen, das Budget für Arbeit – wel-ches in diesem Jahr 20 Jahre alt wird – stärker umzusetzen und dass sie hierzu Unternehmen ermutigen wollen. „Wichtig bei diesem Ansinnen ist, dass die Lohnkostenförderung für Beschäf-tigungsgeber hierbei auch weiterhin hoch angesetzt wird. Immerhin handelt es sich um leistungsgeminderte Menschen; Beschäftigungsgeber würden deren Einsatz und die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten zwangsläufig auch unter finanziellen Gesichtspunkten bewerten. Daher ist das Vorhaben ‘mehr Gebrauch zu schaffen‘ in enger Verbindung mit einer weiterhin hohen Lohnkostenförderung zu sehen“, so der Vorstand der LAG WfbM.
Ergänzend brauche die stärkere Akzeptanz von Budget-Plätzen bzw. der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung außerhalb von Werkstätten auch eine entsprechende Akzeptanz in Unternehmen und Institutionen. Auch hierfür müsse Sorge getragen werden, indem interessierten Beschäftigungsgebern frühzeitig Informationen, Beratung und konkrete Hilfestellung angeboten werden.
Darüber hinaus und grundsätzlich möchte die LAG WfbM RLP die Erwartung formulieren, dass die sehr begrüßenswerten Ziele und Perspektiven, wie beispielhaft eine zunehmende digital Verortung von Prozessen oder eine Stärkung zum Schutz der psychischen Gesundheit, auch für Werkstätten und Sozialeinrichtungen im Allgemeinen bereitgestellt werden, und nicht einer zunehmenden Kostendiskussion zum Opfer fallen und Tausende von Beschäftigen in dieser Branche gerade nicht hiervon profitieren werden.
„Enorme Hoffnung setzen wir auf das zentrale Vorhaben ‘Bürokratieabbau‘. Wir sehen hier gro-ßes Potential, welches in der gesamten Eingliederungshilfe wirken würde und die derzeit alles überlagernde Diskussion von Kostenentwicklungen in der Eingliederungshilfe positiv beeinflus-sen würde – sofern man es ernsthaft und klar angehen würde“, so Michael Huber weiter. „Die LAG WfbM ist für diese Vorhaben engagierter und konstruktiver Partner“.